
Kindliche Entwicklung verstehen und begleiten

Willkommen auf den Seiten der Cortex Academy® im Bereich Cortex Kids (für Eltern)
Das Ziel der Cortex Academy® ist es, Eltern Informationen über die kindliche Entwicklung bereitzustellen – und wie sie diese gezielt unterstützen können. In meiner Beratungspraxis und in den Kursen zur Neuro-Entwicklungsstimulation (Neuro-Developmental Stimulation, NDS Active Learning®) höre ich oft den Satz: „Hätte ich das nur früher gewusst.“
Genau aus diesem Grund habe ich beschlossen, diese Webseite zu erstellen.
Hier finden Sie Artikel darüber, wie Sie die Entwicklung Ihres Kindes zu Hause fördern können – aber auch Hinweise darauf, wo Sie Unterstützung finden, wenn Sie Hilfe benötigen.
Nach und nach möchte ich Ihnen verschiedene Video-Vorträge mit Expert:innen, Webinare und Online-Kurse anbieten. Die Inhalte werden je nach Interesse der Öffentlichkeit und meiner zeitlichen Kapazität laufend erweitert. :-)
Ich beschäftige mich vor allem mit dem Thema persistierende frühkindliche Reflexe und der unvollständigen Verarbeitung sensorischer Informationen.
Ein kleines Baby wird regelrecht mit einer Vielzahl von Reizen überflutet, die sein Gehirn noch nicht ausreichend verarbeiten kann. Die frühkindlichen Reflexe helfen dem Kind, auf diese Reize angemessen zu reagieren. Deshalb lassen sich diese Reflexe vor allem in den ersten sechs Lebensmonaten sehr gut auslösen.
Die motorische Entwicklung des Kindes steht in engem Zusammenhang mit der Aktivität dieser Reflexe. Das Baby reagiert auf Reize und auf die Interaktion mit seiner Umgebung über frühkindliche Reflexe. Diese Reflexe regen die Bildung von neuronalen Verbindungen im Gehirn an, fördern die Differenzierung von Nervenzellen und vor allem die Vernetzung mit höheren Gehirnzentren, die später die übergeordnete Steuerung des Körpers übernehmen.
Die durch frühkindliche Reflexe ausgelösten Bewegungen tragen somit zur Bildung eines dichten neuronalen Netzwerks bei, das die Integration verschiedener Hirnareale ermöglicht. Diese Verbindungen sind von entscheidender Bedeutung für spätere Lernprozesse, die Kommunikationsfähigkeit, emotionale und soziale Beziehungen sowie die Motivation.
Mit der Reifung der höheren Gehirnzentren beginnen die frühkindlichen Reflexe allmählich zu stören und müssen gehemmt (inhibiert) werden, damit sich das Gehirn auf neurologisch gesunde Weise weiterentwickeln kann.
Die Entwicklung der Körperhaltung und der motorischen Fähigkeiten ist im Grunde ein Spiegelbild der Gehirnentwicklung.

Kinder mit Lernstörungen, Aufmerksamkeitsproblemen oder anderen Beeinträchtigungen haben häufig persistierende frühkindliche Reflexe. Das ist logisch – denn bei diesen Kindern hat sich das Gehirn nicht optimal entwickelt und konnte die Reflexe nicht vollständig integrieren. Diese bleiben dadurch aktiv und beeinflussen weiterhin den Muskeltonus, die Körperhaltung, die Bewegungskoordination, die Konzentrationsfähigkeit, die Augenbewegungen, die Zusammenarbeit der Gehirnhälften und viele weitere Bereiche.
Persistierende frühkindliche Reflexe können Symptome wie Lernschwierigkeiten, Sprachstörungen oder Konzentrationsprobleme (z. B. ADHS, ADS) verursachen.
Wenn diese Schwierigkeiten tatsächlich durch nicht gehemmte Reflexe bedingt sind, ist es entscheidend, gezielt und systematisch mit ihnen zu arbeiten – so können viele Probleme wirksam gelöst werden.
Hat ein Kind jedoch bereits eine Lern-, Sprach- oder Aufmerksamkeitsstörung, die zu einer nicht optimalen Gehirnentwicklung geführt hat, können die Schwierigkeiten durch Reflexhemmung zwar gemildert, aber nicht vollständig beseitigt werden. In solchen Fällen ist es wichtig, weitere Ansätze zu kombinieren – etwa Logopädie, Sonderpädagogik, Physiotherapie oder Ergotherapie.
Es gibt viele Gründe, warum frühkindliche Reflexe weiterhin bestehen bleiben – und oft können wir sie nicht beeinflussen. Dazu gehören zum Beispiel Risikoschwangerschaften, komplizierte Geburten oder Erkrankungen im frühen Kindesalter. Ein gesunder psychomotorischer Entwicklungsverlauf im ersten Lebensjahr ist dabei ein besonders wichtiger Faktor.
Da das Thema frühkindlicher Reflexe im Bereich der Prävention nach wie vor stark vernachlässigt wird – nicht nur bei Schulkindern, sondern auch bei Erwachsenen, bei denen es z. B. zu Fehlhaltungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen oder erhöhter Stressanfälligkeit führen kann –, wird es sich wie ein roter Faden durch diese Website ziehen.
Wenn wir bereits im ersten Lebensjahr eines Kindes gezielt die psychomotorische Entwicklung unterstützen, ist das die bestmögliche Prävention für seine Zukunft!
PhDr. Marja Voleman, PhD.
Die gesunde Entwicklung eines Kindes lässt sich gut mit dem Wachstum eines Baumes vergleichen.
Wir sind es gewohnt zu beobachten, ob ein Kind gut lesen, schreiben oder rechnen kann – doch das sind nur die Äpfel an unserem symbolischen Baum.
Wenn wir möchten, dass schöne rote Äpfel wachsen, brauchen wir einen kräftigen, gut verwurzelten Baum. Aus den Wurzeln wächst ein stabiler Stamm, der starke Äste, Blätter und schließlich Früchte trägt.
Auch wenn jeder Baum – und jedes Kind – einzigartig ist, basiert gesundes Wachstum immer auf denselben, durch natürliche Gesetzmäßigkeiten bestimmten Prinzipien und Elementen.
Deshalb ist es in der kindlichen Entwicklung und Erziehung so wichtig, folgende Ebenen wahrzunehmen:
-
Die Wurzeln – Geburt und die ersten Momente danach
-
Der Stamm und die Äste – die psychomotorische Entwicklung unseres Kindes
-
Die Baumkrone – sensorische und emotionale Fähigkeiten, die Zusammenarbeit der Gehirnhälften und die Augenkoordination (Binokularität)
-
Die Früchte – schulische Kompetenzen, Sprache, gesunde Körperhaltung, Bewegungskoordination
Wenn der Baum nicht stark genug ist oder die Wurzeln nicht tief genug reichen, kann er nicht richtig wachsen.
Vorbeugung bedeutet daher, die gesunde Entwicklung von Anfang an gezielt zu unterstützen – und Schwierigkeiten an der Wurzel zu lösen.







